Müll, Müll und noch mehr Müll. Wir müssen gar nicht in fremde Länder oder an ferne Strände reisen, um zu begreifen, dass hier etwas gewaltig schief läuft. Auch der Blick auf die eigenen Straßen, Wälder und Flüsse macht deutlich, dass unsere Erde ein Problem hat – ein Problem namens Plastik!

Als Verbraucher aktiv werden!

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass sowohl die Politik als auch die Unternehmen aktiv werden müssen, um das Plastik-Problem anzugehen. Das ist richtig! Allerdings hilft es auch nichts, wenn wir als Verbraucher währenddessen stillsitzen und Däumchen drehen. Taten sind gefragt. Wir können beim Einkauf darauf achten, dass unsere Gurken oder Bananen nicht in Plastik verpackt sind. Wir können in der Bar auf den Strohhalm verzichten oder unseren eigenen Jutebeutel mit in den Supermarkt nehmen. All das sind erste Schritte, die für viele schon selbstverständlich geworden sind. Doch wie geht es weiter? Was können wir unternehmen, um unseren Plastikkonsum zu reduzieren? – Schauen wir uns doch mal unseren Haushalt an. Ein Bereich, in dem besonders viel unnötiger Müll anfällt, ist das Badezimmer. Oftmals stehen in unseren Duschen unzählige Duschgel- sowie Shampooflaschen. Direkt daneben mehrere Tuben, Cremes und Putzmittel. Allesamt verpackt in Plastik! Wie ihr diesen Müll ohne größeren Aufwand ganz einfach reduzieren könnt, zeige ich euch mithilfe der folgenden acht Tipps und Tricks.

#zerowaste im Bad ist gar nicht mal so schwer

Das Wichtigste vorab: Auch wenn es super viele Möglichkeiten gibt, Müll zu vermeiden oder zu reduzieren, heißt das nicht, dass es auch für alle Leute umsetzbar ist. Wenn‘s nicht geht, dann geht’s nicht! Fühlt euch nicht unter Druck gesetzt. Niemand ist perfekt (auch wenn einem das in den sozialen Medien oft so vorkommen mag). Fangt einfach mal an, egal wie und womit… Der Planet wird es euch danken. 🙂

#1 Shampoo und Duschgel

Gehen wir den offensichtlichsten Müll als erstes an. Duschgele, Shampoos und Flüssigseife können ganz einfach durch die festen Varianten ersetzt werden. Diese gibt es mittlerweile in vielen Drogeriemärkten oder auch in Unverpackt-Läden zu kaufen. Die Flüssigseife und das Duschgel ersetzt ihr einfach durch ein Seifenstück. Wer das „quietischige“ Gefühl auf der Haut nicht mag, kann zu seifenfreien Waschstücken greifen, sogenannten Syndets. Für die Haare gibt es feste Shampoos. Diese verreibt ihr entweder in der Hand oder aber direkt auf dem Kopf und verteilt den Schaum in den Haaren. So bekommt ihr sauberes Haar, ganz ohne Plastikmüll!

#2 Spülung

Auch das seidig-weiche Gefühl, das unsere Haare normalerweise durch eine Spülung erhalten, können wir ganz einfach ohne Plastikflasche, Silikone und Co. erzeugen. Und zwar mithilfe einer sogenannten sauren Rinse. Dabei handelt es sich um eine natürliche Spülung aus Apfelessig und Wasser. Für die saure Rinse mischt ihr 2 Esslöffel Apfelessig mit ca. 750 ml Wasser und gebt die Mischung nach der Haarwäsche über den Kopf. Danach könnt ihr die Haare entweder nochmal kurz mit Wasser abspülen oder auch so lassen. Am besten ihr probiert beide Varianten mal aus und entscheidet euch dann, welches Ergebnis euch besser gefällt. 🙂

#3 Duschschwamm

Bleiben wir in der Dusche. Wer von euch kennt sie nicht, die bunten „Duschpuschelschwämme“ aus Plastik? Auch diese lassen sich ohne Probleme austauschen. Um den Körper zu waschen, können wir einfach auf den guten alten Waschlappen zurückgreifen. Schon als Kinder wurden wir mit dem Waschlappen gewaschen, also warum nicht auch jetzt? Im Gegensatz zum Duschschwamm aus Plastik muss er nicht weggeschmissen werden, sondern kann ganz einfach in der Waschmaschine gereinigt und wiederverwendet werden.

#4 Rasierer

Rasierklingen sind teuer – sehr teuer sogar! Darüber hinaus sind die Rasierer (wie könnte es auch anders sein) aus Plastik, welches am Ende des Tages bzw. einiger Tage in der Tonne landet. Was würdet ihr sagen, wenn ich euch verrate, dass man auch diese Teile ganz einfach ersetzen kann. Und zwar mit einem sogenannten Rasierhobel. Der Rasierhobel besteht komplett aus Edelstahl, ist super robust und hält wohl ein Leben lang. Er kann sowohl für die Gesichtsrasur als auch für die Körperrasur verwendet werden. In der Anschaffung ist der Rasierhobel zwar etwas teurer als eine Packung Einwegrasierer, dafür sind die Klingen auf Dauer günstiger und auch die Haltbarkeit schlägt den normalen Rasierer um Längen.

#5 Abschminktücher und feuchte Putztücher

Abschminktücher oder Putztücher aus der Verpackung sind zugegebener Maßen ziemlich praktisch. Umweltfreundlich ist das Ganze jedoch weniger. Aber auch hier lässt sich Abhilfe schaffen. Anstelle der abgepackten Tücher können wir wiederverwendbare Baumwolltücher und Putzlappen verwenden, die wir nach dem Benutzen einfach in die Waschmaschine schmeißen. Wieder etwas Plastikmüll gespart!

#6 Toilettenpapier

Keine Sorge, ich sage euch jetzt nicht, dass ihr auf wiederverwendbares Klopapier umsteigen sollt. Jedoch gibt es auch für die intime Angelegenheit der Toilettenhygiene eine nachhaltigere Variante. Es muss nämlich nicht immer das vierlagige buntbedruckte Toilettenpapier sein, für das Unmengen an Bäumen gefällt werden. Stattdessen können wir auf Klopapier aus recyceltem Material umsteigen. Das ist ganz im Gegensatz zur gängigen Meinung nicht grau und hart, sondern ebenso weich wie das nicht-recycelte Toilettenpapier.

#7 Zahnbürste und Zahnpasta

Ein weiteres Badezimmer-Utensil aus Plastik, das ganz leicht ausgetauscht werden kann, ist die Zahnbürste. Die Bambuszahnbürste ist nicht nur sprichwörtlich in aller Munde. So hat die Alternative zur herkömmlichen Variante schon längst Einzug in die Drogeriemärkte gehalten. Nach und nach folgen ihr nun auch die Zahnputztabs, welche die Tuben-Zahnpasta ersetzen. Bei den Tabs handelt es sich um kleine runde Tabletten, die man einzeln in den Mund nimmt, zerkaut und sich mit dem Schaum die Zähne putzt. Zugegeben, das Mundgefühl ist etwas anders als bei der normalen Zahnpasta. Aber wie so oft ist auch das einfach eine Sache der Gewohnheit!

#8 Rohrreiniger

Gerade wenn der Abfluss mal wieder verstopft ist, greifen viele Leute gerne zur Chemiekeule Nr. 1, dem Rohrreiniger. Dabei gibt es auch eine viel schonendere Methode, die Rohre von Schmutz zu befreien. Alles was ihr benötigt ist Essig, Natron, einen Pömpel und evtl. eine Rohrreinigerbürste (einen langen Draht mit Borsten). Von dem Hausmittel Essig + Natron (oder Backpulver) haben wohl die Meisten schon mal gehört. Warum es also nicht auch anwenden? Gebt beide Zutaten in dem Verhältnis 1:2 in den Abfluss und lasst das Gemisch 30 Minuten einwirken. Dann kippt ihr einen Liter kochendes oder sehr heißes Wasser hinterher und bearbeitet das Rohr mit dem Pömpel oder der Rohrreinigerbürste. Wetten, dass es funktioniert?

Habt ihr vielleicht noch weitere Anregungen, wie man sein Badezimmer nachhaltiger gestalten kann? Beschäftigt ihr euch ganz neu mit dem Thema Nachhaltigkeit oder seid ihr alte Hasen auf dem Gebiet der Müllvermeidung? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! Wir freuen uns, von euch zu lesen. 🙂

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Ina
Ina

Lebt vor allem aus ethischen und ökologischen Gründen vegan. Neben ihrem Studium der Germansitik und Niederlandistik beschäftigt sie sich leidenschaftlich gerne mit den Themen Nachhaltigkeit und Less Waste. Wenn sie nicht gerade in den Niederlanden unterwegs ist, verbringt sie ihre Freizeit gerne mit der Kreation veganer Leckereien, arbeitet an ihrem "grünen Daumen" oder geht im Park die Enten besuchen.

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