Eigentlich hatte ich schon nach meinem letzten Amsterdam-Besuch einen Artikel für Vegan unterwegs geplant. Die Unterwegs-Artikel sind im Vergleich zu den Rezepten ja doch immer etwas aufwendiger und umfangreicher und wenn man nach dem Urlaub nicht direkt dran bleibt, geht es irgendwann doch unter… So auch nach dem Amsterdam-Besuch. Anfang April waren wir nun zusammen für drei Tage noch einmal in Amsterdam unterwegs. Drei Tage mit tollem veganen Essen, jede Menge Sightseeing und vielen tollen Eindrücken! 🙂 Daher kommt nun hier endlich der versprochene Part 2 der Reihe Vegan in den Niederlanden über Amsterdam. In Part 1 habe ich bereits über Rotterdam geschrieben, den Artikel findest du hier: www.simply-vegan.org/2018/02/25/vegan-in-den-niederlanden-part-1-rotterdam/

Auch hier in diesem Artikel geht’s natürlich vorrangig um veganes Essen. Tipps zu den Must-See-Places und Sehenswürdigkeiten gibt es auch schon zu Genüge auf Pinterest und Reiseblogs. Dennoch werden wir auch das ein oder andere Foto der Stadt hier zeigen, denn Amsterdam ist wirklich sehr schön und immer einen Besuch wert. Die vielen Grachten, der architektonische Stil und die kleinen Gassen haben uns sehr gut gefallen – Das ideale Reiseziel für ein langes Wochenende. Schon vor der Reise hatten wir uns einige tolle Restaurants und Cafés herausgesucht, die wir unbedingt testen wollten. Diese stellen wir euch hier der Reihe nach vor. Solltet ihr Ergänzungen und Tipps haben lasst es uns doch gerne in den Kommentaren wissen. Wir würden uns freuen!

Unsere Nummer #1: Die Vegan Junk Food Bar

Die Vegan Junk Food Bar gibt es in Amsterdam aktuell an drei Standorten und weitere Locations sind schon in Planung. Wie der Name schon vermuten lässt gibt’s hier veganes Fastfood von Burgern, über Loaded Freakfries mit allerlei Toppings und Saucen bis hin zu veganen Bitterballen, Nuggets und Springrolls. Außerdem gibt’s einige Salate und Cocktails. Ein weiteres Highlight: Veganes Seafood. So gibt es z.B. veganes Sashimi und frittierte Shrimps, die nicht nur ziemlich authentisch aussehen, sondern auch unglaublich gut schmecken. Die Aufmachung der Lokale und des Essens ist schrill und stylisch: Die Burger-Brötchen sind schwarz oder pink gefärbt, insgesamt ist der Laden ziemlich knallig gestaltet, die Wände sind mit Graffitis geschmückt und die Bedienung ist total nett und locker drauf.

Wir haben die Vegan Junk Food Bar zweimal besucht, da die Karte recht umfangreich ist und wir uns ausgiebig durchtesten wollten. 😉 Unsere Highlights waren die Supreme Freak Fries mit Trüffelöl, veganem Parmesan und knusprigem Fake-Chicken und der Pinky Shawarma Burger mit veganem Shawarma, Jalapenos, pinker Aioli, Granatapfelkernen und frischen Kräutern. Aber auch der Daddy Mc Chick’n Burger und die große VJFB Platte mit verschiedenen Bitterballen, frittierten Snacks und vier Saucen sind sehr zu empfehlen. Die Burger und Gerichte sind super kreativ und unglaublich lecker. Für uns war die VJFB auf jeden Fall ein Highlight und jeder der Fastfood mag, sollte es unbedingt besuchen.

Mehr Informationen: www.veganjunkfoodbar.com/

Authentisches Streetfood in den Foodhallen

Nachdem wir am ersten Tag viel durch Amsterdam gelaufen waren, wollten wir am Abend eigentlich spontan in ein veganes Restaurant auf dem Rückweg zum Hotel. Doch spontan war hier leider kein Platz frei und so verschlug es uns zu den Foodhallen, die nicht weit weg waren. Streetfood-Events mögen wir total gerne und bei der großen Auswahl ist meistens ja auch etwas Veganes dabei.

In einer großen ehemaligen Industriehalle gibt es Köstlichkeiten aus aller Welt. Am Samstag-Abend war hier richtig viel los, es gab Live-Musik und die Atmosphäre war super. Hier gibt es alles was das herz begehrt: Wraps, belegte Brötchen, Frühlingsrollen, Burger, Burritos, Sushi, allerlei Wein und Bier. In der Mitte gibt es viele Tische, dennoch war es an dem Abend so voll, dass wir uns einen Stehtisch draußen suchten. Auch für Veganer gab es hier einiges! Wir holten uns an einem vietnamesischen Stand eine Bowl mit Reisnudeln, Frühlingsrollen, gebratenem Tofu, Erdnüssen, frischen Kräutern und eingelegten Karotten – Für eine Stärkung am Abend in angenehmer Atmosphäre genau das Richtige. Die Foodhallen können wir auf jeden Fall empfehlen, wenn man auf authentisches und abwechslungsreiches Essen steht und generell Street Food gerne mag!

Mehr Informationen: www.foodhallen.nl/amsterdam

Kunstvolle Köstlichkeiten: The Avocado Show

Am zweiten Tag ging es für uns zum Frühstück zu The Avocado Show. Von diesem Restaurant hatten wir schon viel gehört bzw. gesehen, denn die Fotos der kunstvoll angerichteten Avocado-Gerichte haben wir auf Instagram und Co schon oft bewundert. In diesem Restaurant gibt es wie der Name schon sagt lauter Gerichte mit Avocado. Wichtig beim Konzept von The Avocado Show ist, dass die Avocados, die im Restaurant verarbeitet werden aus sozial verantwortungsvollen und nachhaltigen Quellen kommen. Denn die Avocado genießt ja aktuell immer wieder eher einen schlechten Ruf, obwohl sie nach wie vor super angesagt ist. Daher informiert das Restaurant genau über die Plantagen und Herkunft der genutzten Früchte auf der Webseite: www.theavocadoshow.com/#avocados.

Das Restaurant ist sehr erfolgreich und mittlerweile gibt es mehrere Standorte. Die Karte umfasst Pfannkuchen, belegte Toasts, süße und herzhafte Bowls, Avocado-Fries, Smoothies und weitere Specials. Die vegane Auswahl ist recht groß. Da wir zum Frühstück hier waren bestellten wir zwei Toasts: Einen mit Pesto, gegrilltem Gemüse und einen mit Rote-Bete-Hummus und und einer Avocado-Rose. Die Brote waren groß und dick belegt und wirklich hübsch anzusehen. Auch geschmacklich war es super, preislich für die Größe der Portionen eher etwas teurer.

Das Lokal war kleiner als erwartet und ziemlich voll. Man saß hier relativ dicht an dicht. Mit einem Kleinkind im Gepäck, das auch gerne mal ein bisschen herumläuft oder auf dem Schoss sitzt, war es bei so viel Trubel etwas stressig. Ab circa 10 Uhr standen dann auch vor dem Lokal die Leute schon Schlange, denn reservieren kann man hier nicht. Unser Fazit: Das Essen war lecker, besonders optisch ist es sehr sehenswert. Die Atmosphäre könnte etwas ruhiger und entspannter sein, da es hier leider fast immer super voll ist.

Mehr Informationen: www.theavocadoshow.com

Veganes Café und Supermarkt in einem: Das Vegabond

Das Vegabond kannte ich schon von meinen letzten Besuchen in Amsterdam. Es liegt recht idyllisch im Zentrum von Amsterdam zwischen Grachten und kleinen Gassen und ist sowohl Café als auch kleiner veganer Supermarkt. Das Vegabond ist klein aber sehr gemütlich und man bekommt hier allerlei vegane Produkte – darunter vegane Snacks, TK-Produkte, Käse- und Wurstalternativen, Kosmetik- und Pflegeprodukte, Süßigkeiten und Saucen. Außerdem gibt’s im Café Kuchen, süße Snacks, Sommerrollen, Muffins, Smoothies und weitere Kleinigkeiten.

Für eine Stärkung nach dem Sightseeing war das genau das Richtige. Bisher war es hier immer recht voll, wenn ich es besucht habe. Sitzgelegenheiten könnte es etwas mehr geben aber es ist gemütlich und das Essen lecker. Wir hatten hier jeder einen Smoothie und ein Stück Cheesecake; alles war lecker! Preislich ist es auch vollkommen in Ordnung.

Mehr Informationen: www.vegabond.nl

Vegane Käsespezialitäten bei Mr. & Mrs. Watson

Ein weiteres Highlight der von uns getesteten Restaurants ist auf jeden Fall das Mr. & Mrs. Watson. Das rein vegane Restaurant hat eine ganz bestimmte Spezialität: Veganer Käse in verschiedensten Geschmacksrichtungen und Zubereitungsarten kommen hier auf den Teller! Egal ob am Stück auf der Vorspeisenplatte mit Crackern, als cremige Variante auf Salaten, als süßes Dessert in Form von Käsekuchen oder auch als Fondue mit Brot und Gemüse – hier steht veganer Käse im Mittelpunkt.

Das Restaurant ist gemütlich und sehr geschmackvoll eingerichtet und scheint sowohl unter Einheimischen, als auch den Touristen recht beliebt zu sein. Die Käse-Spezialitäten, die auf Basis von Cashewkernen oder Mandeln hergestellt werden, haben schon einige Awards gewonnen und bereichern fast jedes der Gerichte auf der Speisekarte. Als Vorspeise haben wir uns eine Käseplatte gegönnt, die vier oder fünf verschiedene hausgemachte Käsesorten beinhaltete: Darunter ein köstlich aromatischer Blauschimmelkäse aus Cashews und ein leckerer geräucherter Mandelkäse. Als Hauptspeise probierten wir die Tarte mit veganem Ziegenkäse und diversen Gemüsesorten und das Cashew-Fondue mit Brot, Kartoffeln und rohem Gemüse zum dippen.

Geschmacklich war es auf jeden Fall grandios. Für die eher kleinen Portionen fanden wir die Preise etwas teuer. Natürlich ist der Käse sicher aufwendig in der Herstellung und die Rohstoffe nicht günstig, aber einen Ticken größer hätten die Portionen unserer Meinung nach sein sollen. Mit einem Nachtisch zum Abschluss war es aber insgesamt ein rundum tolles Essen. Wer Lust auf ein besonderes Dinner hat, ist hier auf jeden Fall richtig.

Mehr Informationen: www.watsonsfood.com

Vegane Pfannkuchen bei The Happy Pig

Am letzten Tag hat es uns auf eine Empfehlung von der lieben Miriam @kindofvegan zum Frühstück zu The Happy Pig verschlagen. Laut eigener Aussage des Restaurants gibt’s hier die besten Pfannkuchen in Amsterdam – und sie waren wirklich sehr gut! Es ist kein rein veganes Lokal, aber es werden eben auch vegane Pfannkuchen angeboten. Diese kann man sich mit Füllungen und Toppings nach Lust und Laune zusammenstellen. Vegane Zutaten sind in der Karte als solche markiert. Außerdem gibt’s Kaffee und Tee und bei den Verpackungen wird auf nachhaltige Materialien gesetzt.

Wir haben uns hier jeder einen Matcha Latte und einen Pfannkuchen gegönnt. Als vegane Füllungen stehen unter anderem Banane, Erdbeeren, Äpfel, Schokoladensauce, Ahornsirup, Kokosnuss, Mandeln und Marmelade zur Verfügung. Wer es lieber herzhaft mag kann auch Chutney oder ein veganes Chili zu seinem Pfannkuchen bekommen. Es war sehr lecker und ein toller Start in den Tag. Wer in Amsterdam nach einer süßen Leckerei sucht, sollte hier einmal vorbeischauen…

Mehr Informationen: www.thehappypig.nl

Und was sollte man sonst noch gesehen haben?

Abgesehen vom Essen möchten wir noch ein paar Tipps geben, was man sich auf jeden Fall anschauen sollte, wenn man schon einmal in Amsterdam ist. Wir halten uns an dieser Stelle jedoch kurz:

  • Blumenmarkt in der Amsterdamer Innenstadt
  • Hortus Botanicus, einer der ältesten botanischen Gärten der Welt
  • Vondelpark, der bekannteste und zweitgrößte Park in der Stadt
  • Albert Cuypmarkt, der größte Tagesmarkt in Amsterdam
  • Jordaan Viertel und die Prinsengracht
  • Grachtenfahrt für einen Perspektivwechsel 🙂

Amsterdam ist für uns auf jeden Fall immer einen Wochenendausflug wert. Habt ihr weitere Tipps? Was sollte man unbedingt gesehen oder probiert haben? Verratet es uns doch in den Kommentaren. 🙂

Hinweis: Dieser Artikel ist nicht gesponsert, sondern enthält unsere persönlichen Favoriten in Amsterdam, die wir getestet haben. Es besteht keinerlei Kooperation mit den genannten Lokalitäten.

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Sebastian
Sebastian

Lebt seit 2012 vegan. Hat Kommunikationsdesign studiert und arbeitet als Packaging-Designer in Aachen. Liebt Sushi, Avocado, Tattoos und Netflix. Interessiert sich außerdem für Fotografie, Städtereisen, Konzerte und Street-Food-Festivals.

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