Im Februar und März 2018 bin ich für knapp vier Wochen durch Vietnam und Kambodscha gereist. Dabei habe ich einiges an Erfahrungen sammeln können, die das vegane Essen dort einfacher machen und die ich hier nun gerne mit euch teilen möchte. 😉 

Zuerst einmal ein paar allgemeine Infos zur Reise selbst: Meine Reiseroute verlief von Norden nach Süden Vietnams, was meiner Meinung nach auch die beste Entscheidung war, denn je weiter man Richtung Süden kommt, desto wärmer wird es. So habe ich im Norden bei angenehmen Temperaturen von rund 20-26 Grad gestartet und konnte mich dann langsam an das wärmer werdende Klima gewöhnen. In Kambodscha, wo ich die letzten Tage der Reise verbracht habe, war es dann bis zu 36 Grad warm, was schon sehr schweißtreibend sein kann, grade dann, wenn man von morgens bis abends durch die Tempelanlagen rund um Ankor Wat rennt. 😀 Generell sollte man wissen, dass man in Vietnam und Kambodscha keine vier Jahreszeiten wie hier in Deutschland kennt, denn man unterscheidet eigentlich nur zwischen Regen- und Nicht-Regenzeit. Dies gilt es auch bei der Urlaubsplanung zu beachten, denn bei 40 Grad und Dauerregen möchte glaube ich niemand so gerne seinen Urlaub verbringen.

Flug und Anreise

Ich bin mit der Fluggesellschaft Vietnam Airlines von Frankfurt nach Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, geflogen. Für den Flug habe ich mir im Vorfeld die vegan-vegetarische Mahlzeit (VGML) gebucht. Auf der Website der Airline kann man genau einsehen, welche vegetarischen Möglichkeiten es gibt. Die Mahlzeit bestand aus gefüllten Gemüse-Maultaschen mit roter Sauce, etwas grünem Gemüse, das schwer zu identifizieren war, einem Brötchen mit Margarine, einem kleinen Salat mit Kräuterdressing und etwas Obst als Nachspeise. Nicht gerade ein 5-Sterne-Menü, aber ich denke das erwartet auch niemand bei einem Flug. Man konnte es auf jeden Fall ganz gut essen. 😉 Am Frankfurter Flughafen selbst gibt es übrigens auch einige Möglichkeiten noch vor dem Flug etwas veganes essen zu gehen oder sich nach der Kontrolle für den Flug mit Snacks einzudecken. Im Restaurant vito gibt es beispielsweise italienische Speisen wie Salate, Pizza und Pastagerichte. Klassiker wie Spaghetti mit Gemüse-Tomatensoße oder Spaghetti Aglio Olio gehen hier auch für Veganer klar. Außerdem gibt es am Flughafen sogar ein MoschMosch, allerdings befindet sich dieses am Terminal 2, so dass man bereits durch die Sicherheitskontrolle gekommen sein muss. Dort habe ich mich dann vor dem Flug aber noch einmal gestärkt, denn das Essen dort ist wirklich lecker und frisch und vegane Gerichte sind als solche auch auf der Karte gekennzeichnet.

Vegan in Vietnam und Kambodscha

Nun aber zu Vietnam und Kambodscha selbst: Generell muss ich sagen, dass es mir in Vietnam schwerer gefallen ist mich abwechslungsreich vegan zu ernähren, als in Kambodscha. Allerdings war ich den Großteil der Reise auch in Vietnam und in Kambodscha nur in den beiden touristischen Hochburgen, was mein eigenes Bild natürlich ein bisschen verzerren kann. Ich kenne in Deutschland einige gute vietnamesische Restaurants, die auch sehr gute vegane Gerichte anbieten. Die „normale“ vietnamesische Küche kann man damit aber meiner Meinung nach nicht oder nur selten vergleichen, da sie teilweise sehr einfach ist und vegan grade in kleinen Orten nicht verbreitet ist. Allgemein kann man sagen, dass es in größeren und touristischen Städten wie z.B. Hanoi, Saigon (Ho Chi Minh City) und Hoi An in Vietnam oder Siem Reap und Phnom Penh in Kambodscha kein Problem ist sehr gut vegan zu essen. Schwierig wird es allerdings auf dem Land, vor allem weil es dort nicht selbstverständlich ist, dass man englisch sprechen kann – und ich leider auch nicht fließend vietnamesisch spreche. 😉 Nudeln oder Reis mit Gemüse und frische Frühlingsrollen (also nicht die frittierten, sondern eigentlich eher Sommerrollen, sie wurden in Vietnam aber immer als „Fresh Springrolls“ bezeichnet) gab es aber eigentlich fast immer. Ich habe mich vorher immer noch einmal vergewissert, dass kein Ei und auch keine Fischoße darin enthalten ist, denn das sind eigentlich auch die Zutaten, bei denen man als VeganerIn besonders aufpassen muss. Grade bei den Reisgerichten wird gerne ein Ei mit reingehauen und gewürzt wird in der vietnamesischen Küche sehr gerne mit Fisch- oder Austernsoße. Für die meisten Menschen in Vietnam ist es dann trotzdem vegetarisch und mit dem Wort „vegan“ können leider nicht viele etwas anfangen. Soweit ich es verstanden habe, leben die Menschen in Vietnam auch oft eher aus religiösen Gründen vegetarisch oder vegan, weniger aber aus tierrechtlichen oder umweltbedingten Aspekten. Es ist also meiner Meinung nach auf jeden Fall sinnvoll, auch bei einem scheinbar veganen Gericht noch einmal nachzufragen, ob auch wirklich kein Ei, Meeresfrüchte oder eben die besagten Soßen drin sind. Ich war ganz froh, dass wir einen Local Guide dabei hatten, denn auf dem Land ist es nicht selbstverständlich, dass jeder Englisch spricht, und so konnte er im Notfall auch für mich übersetzen und erklären was ich nicht esse (bzw. was ich überhaupt noch esse). Ich will an dieser Stelle aber auf gar keinen Fall Angst machen! Vegan in Vietnam ist auf jeden Fall möglich, nur manchmal eben etwas schwierig. Aber das ist es hier in Deutschland ja auch oft genug, wie wir alle wissen.

Etwas was man aber wirklich an jeder Straßenecke und auf jedem Mark bekommt, ist frisches Obst und Gemüse. Vor allem Ananas, Drachenfrucht, Mini-Bananen, Kokosnüsse und Mango gibt es wirklich immer und die sind auch besonders intensiv im Geschmack. Verkäufer mit frischem Obst findet man quasi an jeder Straße und ich habe mir sehr oft ein kaltes Kokoswasser aus der jungen Kokosnuss gegönnt. Was das Obst angeht muss ich aber sagen, dass ich eher Bananen oder ungeschältes Obst gekauft habe. Oft findet man z.B. die Ananas bereits vorgeschnitten, welche dann aber je nachdem wie lange sie schon dort liegt, mit Leitungswasser übergossen wird, damit sie noch möglichst frisch aussieht. Leitungswasser sollte man in Vietnam aber nicht trinken, wenn man keine regelmäßigen Fernreisen nach Asien macht – es sei denn man hat Bock auf Durchfall. 😀 Wer ohnehin auch selbst kochen möchte, der hat auf den Märkten wirklich eine riesige Auswahl an frischem Gemüse und auch getrockneten Früchten, Pilzen und vielen Gewürzen. In Vietnam findet der tägliche Einkauf nicht wie in Deutschland im Supermarkt, sondern auf dem Markt statt. Es ist auch einige Male vorgekommen, dass man in einem Restaurant etwas bestellt hat und die Zutaten für Speisen und Getränke erst nach der Bestellung beim nächsten Markt um die Ecke eingekauft wurden. Dann war Frische natürlich garantiert!

Ich möchte euch im Folgenden nun gerne meine Tipps zum Essengehen verraten. Dabei gehe ich Stadt für Stadt von Norden nach Süden vor, also so, wie auch mein Reiseverlauf aussah. Neben veganen, vegetarischen und veggiefreundlichen Restaurants und Cafes werde ich auch hin und wieder etwas zur Stadt oder dem Ort selbst erzählen, denn wenn du diesen Artikel liest, interessierst du dich ja höchstwahrscheinlich nicht nu für das Essen, sondern auch für Vietnam und Kambodscha selbst. Eines sei schon mal gesagt: Es war wirklich eine spannende und abenteuerliche Reise und grade für mich, der noch nie zuvor in einem asiatischen Land war, eine völlig neue Welt.

Hanoi

Die Reise habe ich im Norden in der Stadt Hanoi begonnen, wo sich auch der Flughafen befindet. Hanoi ist die Hauptstadt von Vietnam, wirtschaftlich betrachtet ist aber die Stadt Saigon für Vietnam noch bedeutender als Hanoi (dazu aber später dann mehr). Nachdem ich am Flughafen Geld gewechselt hatte, ging es mit dem Bus noch ein gutes Stück weiter und man konnte die ersten Eindrücke sammeln. Was einem sofort auffällt: Je weiter man ins Zentrum der Stadt vordringt, desto dichter ist der Verkehr und die Unmengen an Mofas auf den Straßen. Die Gerüchte sind wirklich wahr: In Vietnam fährt wirklich fast jeder mit dem Mofa und als Fußgänger über die Straße zu kommen, ist am Anfang eine ziemliche Überwindung. Oft habe ich auch bis zu vier Leute gesehen, die gemeinsam auf nur einem Mofa unterwegs waren. Der dichte Verkehr ist am Anfang wirklich spannend und lustig zu beobachten, wird auf Dauer (und damit meine ich jetzt mehreren Wochen) aber etwas anstrengend, da es dadurch unglaublich laut, stressig und auch sehr versmogt ist. Wer selbst plant mit Auto, Bus oder Mofa von A nach B zu reisen sollte wissen, dass man auf den Straßen in Vietnam deutlich langsamer voran kommt als in Deutschland. Man muss also viel mehr Zeit einplanen. Das liegt zum einen an dem dichten Verkehr, aber auch an den Straßen, die bei weitem nicht so gut ausgebaut sind, wie in Deutschland. Nun gut, jetzt aber zum Essen: Was das vegane Angebot in Saigon angeht, so muss man sich wirklich keine Sorgen machen. Schon während der Busfahrt zum Hotel ist mir das ein oder andere Schild von Restaurants am Straßenrand aufgefallen mit Aufschriften wie „Vegetarian Food“ oder „Vegetarian Restaurant“. Ich empfehle generell, solche Restaurant zu besuchen, die mit gerade diesen Aussagen werben, denn in „normalen“ Restaurants wissen viele mit dem Wort „vegan“ oder „vegetarisch“ nicht allzu viel anzufangen. Für einige gelten Fisch, Meeresfrüchte oder sogar Hühnchen als vegetarisch und vegan ist vielen Leuten einfach kein Begriff.
Am ersten Abend in Hanoi waren wir im Hungry Hanoi essen, da die gesamte Reisegruppe mit der ich unterwegs war, gerne zusammen essen und sich kennenlernen wollte und da wollte ich mich nicht gleich ausgrenzen. 😀 Es war ein Omni-Restaurant, weshalb ich dieses auch an dieser Stelle nur kurz erwähnen möchte. Das Gute war, dass die Bedienung gut Englisch sprechen konnte, so dass ich genau erklärt habe was ich nicht esse und letzten Endes viel frisches Gemüse, Wasserspinat, Frühlinsrollen und Reis bekommen habe. Es gibt in Hanoi aber auch einige rein vegane und vegetarische Restaurants und Cafes. Viele davon befinden sich in der Gegend rund um die Cho Dong Xuan Markthalle und dem Hoan Kiem Lake. Hier hat es mir generell am besten gefallen, denn es gibt unglaublich viele kleine Straßen, die total spannend zu entdecken sind. Zum oben erwähnten Markt muss man sagen, dass hier leider auch sehr viele Tiere lebendig verkauft werden, z.B. kleine Vögel die zu hunderten in winzigen Käfigen sitzen, Hühner, viele Krabben und Hummer, Fische aber auch Schildkröten und unzählige verschiedene Insekten. Die Vietnamesen essen wirklich (fast) alles und man sieht auf solchen Märkten auch sehr viel Fleisch, bei dem man das Tier noch erkennt. Schweineohren und -schwänze, Innereien, sogar Gehirne sieht man nicht selten. Das sollte man vielleicht wissen, wenn man sich sehr davor ekelt.

Meine absolute Empfehlung ist das vegane Cafe Jalus, wo ich einen mega leckeren Eiscafe mit Cashew-Milch, Kakao und Minze (After Eight Style!) getrunken und einen Bananen-Schoko-Erdnussbutter-Käsekuchen vernichtet habe. Der Laden ist recht übersichtlich. Er befindet sich in der ersten Etage eines Hauses in der Nähe vom Hoan Kiem Lake und man kann drinnen aber auch auf dem Balkon sitzen. Wie gesagt, es war wirklich gut und hier würde ich jeder Zeit wieder hinkommen. Natürlich gibt es neben den leckeren Kuchen und Getränken auch herzhafte kalte und warme Speisen, die ich selbst allerdings nicht getestet habe.

Außerdem kann ich in Hanoi noch das Cai Mam Restaurant empfehlen, welches ich durch Zufall entdeckt habe, da es außen groß mit der Aufschrift „Traditional Food & Vegan“ wirbt. Es ist relativ klein, aber sehr gemütlich eingerichtet. Sowohl das Essen – ich hatte eine Art Gemüsecurry im Tontopf mit Reisnudeln – als auch die Smoothies waren sehr lecker und die veganen Gerichte waren in der Karte als solche markiert.

Zu guter Letzt war ich in Hanoi auch noch im Green Farm Restaurant, einem Restaurant mit einer separaten vegetarischen Karte. Viele der vegetarischen Speisen waren allerdings mit Ei, Sahne oder Käse, so dass es bei mir letzten Endes ein Salat mit Kohl, Möhren, Minze und Erdnüssen und der veganisierte Falaffel-Burger geworden ist.

Nach den ersten Tagen in Hanoi, vielen neuen Eindrücken und einer grippeähnlichen Krankheit, ging es dann weiter. Die Reise verlief im Norden weiter über Mai Chau nach Ninh Binh. Generell sei an dieser Stelle einmal gesagt, dass ich wirklich jedem für einen Urlaub die App von „Happy Cow“ empfehlen kann. Sie findet vegetarische, vegane und veggiefreundliche  Restaurants, Cafes und Einkaufsmöglichkeiten in deiner Nähe und ist weltweit bekannt. Da es in jedem Hotel aber auch in fast jedem Cafe WLAN gibt kann man sich so recht unkompliziert über vegane Möglichkeiten in der Nähe seines eigenen Standortes informieren.

Ninh Binh

Zur Stadt kann ich ehrlich gesagt nicht sonderlich viel sagen, da wir hier nur einen Zwischenstopp als Übernachtung gemacht haben und erst recht spät dort waren. Es gab auf jeden Fall auch hier einen größeren Markt (wie eigentlich fast überall in Vietnam und Kambodscha), allerdings hatte ich nachdem wir den ganzen Tag bereits unterwegs waren nicht mehr so viel Lust auf den Trubel auf dem Markt und so war ich umso glücklicher, dass ich auch hier ein veggiefreundliches Restaurant gefunden habe. Das Chookie’s ist zwar weder ein rein veganes, noch rein vegetarisches Restaurant, aber auf der Karte sind vegetarische Gerichte mit einem „V“ gekennzeichnet. Das Personal kann gut englisch sprechen und die vegetarischen Gerichte können ohne Probleme veganisiert werden (wenn sie es nicht ohnehin schon sind). Für mich gab’s einen Falafel-Burger mit Pommes, Frühlingsrollen und einen frischen Smoothie. Alles hat gut geschmeckt – Daumen hoch! Wo wir aber gerade einmal beim Thema Smoothies sind: Leider ist ein Smoothie in Vietnam nicht sicher vegan. Sehr oft wird Milch mit untergemischt, statt nur Obst und Wasser, was in der Karte aber natürlich in der Regel nicht steht. Also auch hier ist Vorsicht geboten und vorher nachzufragen erspart böse Überraschungen. Generell sind Getränke in Vietnam ein ganz eigenes Thema. Es gibt z.B. ganz oft einen speziellen Cafe, der mit Ei zubereitet wird und dann sehr cremig, dickflüssig und auch ziemlich süß schmeckt (habe ich mir so erzählen lassen, probiert habe ich nicht ;-)) Vegan ist der also auch nicht, ebenso wie der Wiesel-Kaffee, den es sehr oft zu kaufen gibt. Die Kaffeebohnen für diesen Kaffee sind einmal vom Mund durch den Magen und Darm eines Wiesels gewandert, bis sie hinten wieder rauskamen und dann als Delikatesse angeboten werden. Komische Ideen hat der Mensch. 😀 Außerdem ist mir noch aufgefallen, dass auch normale frische Säfte in den Hotels und Restaurants eine Rarität waren. Oft waren die Säfte eher Wasser, das mit Fruchtgeschmack versetzt wird und auch recht süß ist. Mein Fall war das ehrlich gesagt nicht, aber gut. Jedes Land hat eben seine Eigenheiten.

Von Ninh Binh ging es dann weiter zur Halong-Bucht. Ich denke mal jeder, der eine Vietnam-Reise plant hat diese auf seiner To-Do-Liste ganz oben stehen, denn die Halong-Bucht ist nicht ohne Grund UNESCO Welt-Kultur-Erbe. Es lohnt sich wirklich! Ich hatte zwar ziemliches Pech mit dem Wetter, da es recht neblig war, auf meinen Fotos hat das aber eine echt mystische Stimmung erzeugt, über die ich im Nachhinein ganz froh war. Klare Sicht kann doch jeder! Was das Essen angeht, so kann ich euch zur Halong-Bucht leider keine Tipps geben, denn wir waren wie die meisten Besucher der Bucht mit unserer gesamten Reisegruppe auf einem Schiff nur für uns untergebracht und dort wurde auch für uns (auf Wunsch vegan oder vegetarisch) gekocht.

Hue

Ich mache deshalb nun gleich bei der nächsten Stadt auf meiner Reise weiter. Von der Halong-Bucht aus ging es zurück nach Hanoi und von dort aus mit einem Nachtzug nach Hue. Eines lasst euch gesagt sein: So eine Fahrt mit dem Nachtzug ist wirklich eine wackelige und nicht wirklich entspannte Angelegenheit. Geschlafen habe ich gefühlt maximal 10 Minuten am Stück, bis ich durch das Geholpere wieder wach geworden bin. Dafür konnte ich Hue nach 13 1/2 Stunden Zugfahrt dann mit einem chronisch zuckenden Augenlied und Augenringen bis zum Kinn begrüßen. 😀 Ein Erlebnis war es auf jeden Fall! 

Zu meiner Überraschung gehörte zum Hotel, in dem ich untergebracht war, ein vegetarisches Restaurant. Besser geht’s doch gar nicht! Also habe ich gleich mal zugeschlagen und ein sehr leckeres Essen serviert bekommen. Das Restaurant heißt Tinh Quan und ist im Park View Hotel zu finden. Serviert werden hier typisch vietnamesische Speisen wie Pho (Vietnamesische Suppe), Tofu, Frühlingsrollen und Jackfruit. Die Jackfruit ist ja mittlerweile auch in Deutschland in einigen Biomärkten und z.B. bei dm oder Rossmann in bereits verarbeiteter Form zu kaufen und meiner Meinung nach eine super Fleischalternative. In Vietnam habe ich diese Frucht zum ersten Mal in „freier Wildbahn“ gesehen und auch auf den Märkten findet man sie oft zu kaufen. Dabei unterscheidet man die junge, recht neutral schmeckende Variante, welche man gut als Fleischalternative nutzen kann, und die weiter gereifte, süße Variante, die man frisch aber auch oft getrocknet als Snack kaufen kann. Beides finde ich sehr lecker. Nicht zu verwechseln ist das ganze mit Durian, auch bekannt als Stinkfrucht, welche ungeschält sehr große Ähnlichkeiten mit der Jackfruit hat, jedoch größere „Stacheln“ an der Schale hat. Im Restaurant gab es jedenfalls die junge Jackfruit als Salat, die wirklich sehr gut zubereitet war. Dazu habe ich mir eine Suppe gegönnt, die ebenfalls sehr lecker war. 

Was euch in Vietnam auch auffallen wird: Verglichen mit Deutschland ist essen gehen ziemlich günstig. Wir waren zum Beispiel im besagten Restaurant zu zweit essen und haben für zwei Getränke, zwei große Suppen, die als Hauptspeise locker reichten bzw. sogar zu viel waren, und den Jackfruit-Salat zusammen umgerechnet ca. sechs Euro bezahlt. Da grade rein vegetarische und vegane Restaurants in Deutschland gerne mal eher teuer sind (natürlich nicht alle!), war das wirklich eine tolle Sache, mal kein halbes Vermögen beim Essengehen zu verbraten. Denn sechs Euro bezahlt man in Deutschland teilweise nur für die Getränke. Ein Euro sind übrigens umgerechnet in VND ca. 27.000 Dong. Ihr seid also in Vietnam mit 36,97 Euro bereits Millionär. Das kann doch auch nicht jeder von sich behaupten! 

Hoi An

Über einen Zwischenstopp in Da Nang ging es weiter nach Hoi An, wo ich insgesamt drei Tage verbracht habe. Diese wunderschöne, überschaubare Küstenstadt in der Mitte Vietnams gehörte auf der Vietnam-Reise definitiv zu meinen Highlights. Die Altstadt ist gut erhalten und von zahlreichen Kanälen durchzogen, auf denen kleine Boote und Abends wenn es dämmert leuchtende bunte Laternen treiben. Generell sind die typischen schmalen Stadthäuser, die kleinen Tempel, die bunten Laternen an den Gebäuden und die japanische Brücke einfach sehr schön anzusehen. Ich habe mich wirklich ein bisschen in diese Stadt verliebt. Die Altstadt ist natürlich von Touristen gut besucht, aber wenn man es etwas ruhiger haben möchte kann man sich auch auf’s Fahrrad schwingen und die Umgebung etwas erkunden. So habe ich es gemacht und dabei diverse Märkte, Reisfelder und Gemüsegärten erkundet. 

Ein veganes Highlight hat diese Stadt ebenfalls zu bieten: Nicht direkt am Kanal in der Altstadt aber trotzdem noch sehr zentral gelegen, findet man das Kharma Waters, ein kleines rein veganes Restaurant, das auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkt. Ich hatte dieses Restaurant bereits auf meiner To-Do-Liste und war umso positiver überrascht, dass es sich direkt auf der anderen Straßenseite gegenüber unseres Hotels befand. Das seit 2005 existierende Restaurant bietet frische Säfte, Smoothies, Tee und Kaffee an, außerdem verschiedene vietnamesische, indische und internationale Speisen. Dazu gehören zum Beispiel Salate, Sandwiches, Burger, indische Currys und Wraps, Suppen und Nudelgerichte. Ich selbst habe mehrere Suppen, das sogenannte „Shredded Tofu Sandwich“ und verschiedene indische Kleinigkeiten probiert und fand alles sehr sehr lecker. Vor allem das Tofu Sandwich, ein knuspriges Baguette mit Salat und einem total leckeren, faserigen Trockensoja-Fleischersatz, war mega gut, da ich auch wirklich Lust auf ein knuspriges Baguette hatte. In den Hotels beim Frühstück gab es nämlich meistens nur Toast oder wabbeliges Weißbrot, was ich nicht so besonders mag. Also ganz klar meine Empfehlung: Geht ins Karma Waters und esst dieses Sandwich! Und alles andere am besten auch! Ihr werdet es liebe. 😉 Ich selbst war glaube ich drei Mal dort essen, weil es einfach so lecker war und auch den Nicht-Veganern aus unserer Reisegruppe hat es dort vorzüglich geschmeckt, was einen als Veganer ja immer sehr freut.

Quy Nhon

Nun gut, genug geschwärmt. Weiter ging es dann mit dem Reisebus nach Quy Nhon, einem Küstenort, an dem viele Vietnam-Touristen wohl nur vorbeifahren. Ich muss aber sagen, dass es mir hier sehr gut gefallen hat. Unser Hotel, lag direkt am Strand und hatte ein verhältnismäßig gutes Frühstücksbuffet (es gab sogar Sojamilch und Erdnussbutter! Ein kulinarisches Highlight ;-)). Das Angebot war leider nicht bei allen Hotels so reichhaltig. In den meisten Hotels gab es beim Frühstück verschiedenes Obst, manchmal auch Müsli und Brot mit Wurst oder Käse. Margarine war leider meistens nicht vorhanden, in recht vielen Hotels gab es  frisches Rührei oder Spiegelei. Ihr merkt schon: Für Veganer, die gerne herzhaft frühstücken, war es oft schwierig und wohl nicht die beste Auswahl, da es einfach keinen veganen Aufschnitt oder Aufstriche gab. Deshalb war ich über die Erdnussbutter auch so glücklich. Oft gibt es in Vietnam auch bereits zum Frühstück viele warme Speisen wie z.B. Pho (eine Suppe mit Nudeln und Fleischeinlage), Nudeln oder Reis mit Gemüse, Ei und Fleisch. Ich bin früh morgens generell nicht so der Fan von warmen Speisen, so dass ich diese dann meistens nicht gegessen habe.

Bei dem ständigen Reisen mit Bus und Bahn war es dann schön mal einfach einen Tag am Strand zu verbrinden und wir haben dort ein Picknick gemacht. Ich habe selbst kein vegetarisches oder veganes Restaurant getestet, da ich im Hotel ganz klassisch Spaghetti mit Tomatensoße gegessen habe. Das kann ja auch mal ganz gut tun, wenn man fast jeden Tag von vietnamesischem Essen umgeben ist. 😉 Trotzdem kann ich euch das vegane Restaurant Com Chay Tinh Tam ans Herz legen, welches Mitreisende besucht und begeistert von dem leckeren Essen berichtet haben.

Nha Trang

Mit dem Bus ging es über einen Zwischenstopp bei einem kleinen Fischerdorf weiter nach Nha Trang, einem recht bekannten Urlaubsort im südlichen Vietnam, der für seine schönen Strände, Tauchmöglichkeiten und Inseln vor der Küste bekannt ist. Ich muss zugeben, dass ich über den Ort noch nicht wirklich viel wusste, aber wir waren auch erst recht spät da, so dass wir uns einfach ohne einen Plan auf den Weg gemacht und uns in’s Getümmel gestürzt haben – und die nächstbeste Möglichkeit genutzt haben, um etwas zu essen. Wir sind dann im MIX Restaurant gelandet. Dort gab es internationale Speisen, für mich hatten viele Speisen etwas griechisches an sich. Der Laden ist ziemlich gut besucht, so dass man teilweise draußen warten muss, bis ein Platz frei wird. Wir hatten Glück, da wir nur zu zweit waren und haben nach wenigen Minuten einen freien Platz bekommen. Gegessen habe ich eine Platte mit diversen Speisen, u.a. Hummus, Baguette, gegrilltes Gemüse, Maiskolben, einem veganen Bratling, gebackenen Zwiebelringen, Salat und Fladenbrot. Es war wirklich sehr reichlich, so dass man sich eine Platte auch locker zu zweit hätte teilen können, aber das wussten wir im Vorfeld leider nicht.

Viel mehr als den Strand, die Promenade und die touristischsten Straßen mit Lokalen und Einkaufsmöglichkeiten habe ich von Nha Trang leider nicht gesehen, da dazu einfach die Zeit fehlte. Denn am nächsten Tag ging es bereits früh weiter. Nach dem vielen Busfahren stand nun ein Inlandsflug auf dem Programm, nämlich von Nha Trang nach Ho-Chi-Minh City.

Ho-Chi-Minh City (Saigon)

Ich sage euch, Ho-Chi-Minh City war ein weiteres veganes Highlight meiner Vietnam-Reise. Hier wird man als Veganer definitiv nicht vom Fleisch fallen. 😀 So wie man es eigentlich auch von deutschen Großstädten kennt, gab es auch hier eine recht gute Auswahl an rein vegetarischen und veganen Restaurants. Ho-Chi-Minh Stadt ist zwar nicht die Hauptstadt, aber die größte Stadt Vietnams und damit auch das wirtschaftliche Zentrum. Und noch dazu total schön! Auch der alte Name der Stadt, Saigon, wird heutzutage noch parallel verwendet, was zu Beginn etwas verwirrend sein kann. Ho-Chi-Minh, nach dem die Stadt benannt wurde, war übrigens von 1945-1969 Präsident von Vietnam. Man kann seinen Leichnam im Mausoleum in Hanoi begutachten (natürlich so präpariert, dass er nicht vergammelt), was ich irgendwie etwas unheimlich fand, aber definitiv wieder machen würde.

Nun gut, widmen wir uns wieder den appetitlichen Seiten Vietnams: Es gibt einige rein vegane und vegetarische Restaurants in Ho-Chi-Minh City, von denen ich euch zwei ganz klar empfehlen möchte: Das erste ist das Biogarten, welches sich auch gar nicht weit von unserem Hotel entfernt befand. Ich hatte den großen „vegan Restaurant“ Schriftzug an der Hausfassade bereits aus dem Fenster unseres Busses bei der Anfahrt zum Hotel erspäht und so ging es dann nach dem Check-In im Hotel gleich dort hin. Was sollte man auch sonst als aller erstes in einer neuen Stadt machen? Beim Biogarten handelt es sich um ein modernes vegetarisches Bio-Restaurant über einem Bio-Supermarkt, dass auch für Veganer eine Menge zu bieten hatte. Das ganze Restaurant war im vergleich zu vielen anderen Restaurants, die ich im Urlaub bereits besucht hatte, recht groß, modern und hochwertig eingerichtet. Also nicht zu vergleichen mit den kleinen Straßen-Restaurants (ich nennen sie einfach mal so), die sich in vielen Straßen aneinanderreihen. Es gibt im Biogarten vor allem vietnamesische und ein paar eher westliche Gerichte und die veganen Gerichte waren auf der Karte als solche gekennzeichnet. Ein wirklich gemütliches Restaurant mit leckerem Essen – und nach dem Essen kann man im Bio-Markt im Erdgeschoss noch ein paar Sachen einkaufen gehen. 😉 Gegessen habe ich übrigens eine Mischung aus verschiedenen Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Tofu, serviert in einem knusprigen Teigfladen. Sehr zu empfehlen! Leider war ich nur einmal hier, da das Restaurant an einem anderen Tag schon etwas früher geschlossen hatte, als es bei Google vermerkt war. Also falls ihr abends noch zum Abendessen hin wollt, checkt besser noch mal die korrekten Öffnungszeiten oder ruft gleich dort an, um zu reservieren. (Dieses Restaurant ist laut Google mittlerweile leider dauerhaft geschlossen!)

Meine zweite Restaurant-Empfehlung für Ho-Chi-Minh City ist das vegetarisch-vegane Restaurant Bong Sung. Um in das Restaurant zu kommen, muss man die Treppe in einem kleinen Gang zum Innenhof nehmen und in die erste Etage gelangen. Dann ist man allerdings überrascht, wie groß und einladend das ganze Restaurant ist. Es gibt sowohl drinnen mehrere Räume, als auch einen tollen Außenbereich auf den großen Balkonen und das Restaurant war auch immer recht gut besucht. In der Happy Cow App wird es als „Fine Dining Restaurant“ bezeichnet, was für vietnamesische Verhältnisse definitiv stimmt – wie ich aber ja bereits geschrieben habe, ist Vietnam im Vergleich zu Deutschland wirklich günstig und das war auch hier der Fall. Die Speisekarte ist wirklich umfangreich. Es gibt eine riesige Auswahl an asiatischen Gerichten, Vorspeisen, Desserts und leckere Getränke. Ich war zwei Mal dort und hatte beim ersten Mal ein sehr gutes Curry-Gericht und beim zweiten Mal eine Art Wrap mit verschiedenen Gemüsesorten, Nüssen, Tofu, frischen Kräutern und einer süß-sauren Soße. Super lecker!

Das sind die beiden rein vegetarisch-veganen Restaurants, die ich getestet habe und deshalb empfehlen kann. Natürlich gibt es noch viele mehr, die sicherlich auch sehr gut sind, allerdings hat mir dazu die Zeit gefehlt. Man will ja nicht den ganzen Urlaub nur in Restaurants verbringen. Wie in jeder großen Stadt gibt es aber auch viele Omni-Restaurants, bei denen man etwas veganes bekommt. Ich habe zum Beispiel noch ein italienisches Restaurant getestet und mir im Hard Rock Cafe einen Berg Tortillas als Snack gegönnt. Ho-Chi-Minh City hat mir aber auch so als Stadt sehr gut gefallen. Es gibt viel zu besichtigen und zu fotografieren, wie z.B. den Wiedervereinigungspalast, die zahlreichen Tempel, das Rathaus oder das Postamt. Hier gibt es einen 86-jährigen Mann, der vietnamesische Briefe übersetzt. Er ist eigentlich längst in Rente, kommt aber immer noch 10km mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren und übersetzt die Briefe seiner Kunden. Es gibt viele Berichte über Herrn Duong Van Ngo, also wenn euch das interessiert, einfach mal googlen.

My Tho, Can Tho, Chau Doc

Nach drei Tagen in Ho-Chi-Minh City ging es dann über mehrere Zwischenstopps weiter zu unserem letzten Stopp in Vietname. Was das vegane Essen angeht, kann ich hier eigentlich nicht mehr so viel berichten. Ich habe keine rein vegetarischen oder veganen Lokale besucht und mich in den Restaurants mit den einfachen Standard-Gerichten durchgeschlagen. Dazu gehörten meist „Noodles with vegetable“, die „Fresh Spring Rolls“ und manchmal auch eine „Noodle Soup“. Wie bereits weiter oben gesagt, werdet ihr euch in den „normalen“ Restaurants damit anfreunden müssen, etwas genauer nachzufragen bzw. zu erklären, was ihr nicht essen möchtet. 

Neben dem Essen gab es aber auch hier bei den letzten Stopps der Vietnam-Reise noch einiges Sehenswertes zu entdecken: In My Tho sind wir mit einem Boot verschiedene kleine Inseln angefahren, was ich sehr empfehlen kann. Dort haben wir uns zum Beispiel bei einer Familie die Herstellung von Reispapier angesehen oder auf der sogenannten „Coconut Island“ verschiedene typische Früchte gegessen. Man bestreut das Obst vor dem Essen in Vietnam übrigens gerne mit einem Salz, was mir persönlich aber nicht so gut geschmeckt hat. Auch die Jackfruit habe ich auf den Inseln zum ersten Mal in freier Wildbahn gesehen. 

Interessant war auch der schwimmende Markt in Can Tho. Hier wird, wie bei einem üblichen Markt auch, Obst und Gemüse angeboten, allerdings findet das ganze auf dem Wasser auf verschiedenen Booten statt. Jedes Boot verkauft oft nur eine Obst- oder Gemüsesorte und man bewegt sich auch selbst in einem Boot zu diesem hin, um dann etwas einzukaufen. Dafür klettert man dann rüber auf das „Verkaufsboot“ und nimmt seine Ware in Empfang. Ich muss sagen, dass ich mir das ganze irgendwie anders vorgestellt hatte. Es war eher eine Art Großmarkt, wo man wirklich frische Lebensmittel in großen Mengen einkaufen kann. Auf einigen Booten war das frische Obst oder Gemüse bis in die Höhe gestapelt. Ich habe mir dann auf dem Ananas-Boot eine Ananas gegönnt, die einem auch direkt zurechtgeschnitten wird (und zwar so, dass man sie an den Blättern wie an einem Stiel essen kann). Auf jeden Fall ist der schwimmende Markt sicherlich auch etwas für euch, wenn ihr etwas mehr vom Leben der einheimischen Vietnamesen mitbekommen möchtet. Auch die kleinen Häuser, eher kleine, einfache Hütten auf Stelzen direkt am Wasser und die Menschen die dort leben sind interessant zu beobachten und machen auch als Fotomotiv einiges her.

Bevor wir dann bei unserem letzten Stopp in Chau Doc angekommen sind, haben wir noch einen Zwischenstopp in einem Ort namens Tinh Bien gemacht, um dort eine Fahrt in kleinen Ruderbooten durch die unberührte Natur zu machen. Ich habe in Vietnam einige Boottouren gemacht, aber die hat mir wirklich am besten gefallen. Das Wasser war komplett von einem grünen Pflanzenteppich bedeckt, durch den man mit seinem Boot hindurchgleitet und die vielen Vögel beobachten kann. Wirklich schön und absolut zu empfehlen! 

Meine letzte vietnamesische Übernachtung hatte ich dann in Chau Doc. Kein besonders schöner Ort und auch die Unterkunft war sehr einfach und man musste sich sein Zimmer mit einer Vielzahl Mücken und Insekten teilen, allerdings hatte das „Hotel“ direkt einen Anleger für das Schiff, mit dem es am nächsten Tag weiter über die Grenze nach Kambodscha ging und wir waren eh erst recht spät abends hier.

Kambodscha: Phnom Penh

An dieser Stelle kommen wir nun zum letzten Teil meines Reiseberichtes, nämlich dem Teil über Kambodscha. Hier war ich insgesamt nur eine knappe Woche und auch nur in zwei Städten unterwegs, weshalb ich bei weitem nicht so viel zu erzählen habe wie über Vietnam. Trotzdem gab es auch hier ein paar vegane Highlights, die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet.

Wie bereits oben geschrieben ging es von Chau Doc mit einem Schiff weiter über die Grenze nach Kambodscha. Die Fahrt dort hin dauet einige Stunden also nehmt euch am besten etwas zum lesen mit – und gegebenenfalls ein paar Kotztüten. 😀 Die erste Stadt meiner Kambodscha-Reise war Phnom Penh, die Hauptstadt Kambodschas, die ich inkl. Anreisetag für drei Tage besucht habe. Dort kann man zum Beispiel den Königspalast besichtigen – ein großer Gebäudekomplex, welcher als königlicher Wohnsitz des Königs von Kambodscha dient. Sehr interessant! Auch interessant, aber auch sehr deprimierend und traurig, war die Besichtigung des Tuol-Sleng-Genozid-Museums, auch als „Schule 21“ oder „Gefängnis S-21“ bekannt. Es ist heute ein Museum und dient als Erinnerung an die dort begangenen Verbrechen während des Völkermords in Kambodscha durch die Roten Khmer. Dort wurden insgesamt ca. 18.000 Menschen gefangen gehalten und getötet – und viele von ihnen zuvor auch brutal gefoltert. Wirklich ein trauriger Ort, den man aber meiner Meinung nach trotzdem gesehen haben sollte, um sich auch mal vor Augen zu führen, wozu Menschen in der Lage sind und waren.

In Phnom Penh möchte ich euch zwei Restaurants ganz besonders an’s Herz legen: Zum einen wäre da das VIBE cafe + juicery, in das ich mich bereits beim ersten Besuch verliebt habe. Es handelt sich dabei um das erste rein vegane Restaurant in Phnom Penh und es gibt einen weiteren Ableger in der Stadt Siem Reap, meinem zweiten Reiseziel in Kamboscha. Deshalb habe ich mich natürlich gleich doppelt gefreut, denn das Essen war wirklich der Shit und so konnte ich mich bereits auf den nächsten Reisestopp freuen. Auf der Speisekarte stehen u.a. Bowls, Sandwiches, Toasts, Pancakes und Omelett zum Frühstück, sowie warme Gerichte zum Mittag- und Abendessen wie z.B. Burger, Bowls, Tacos und Pasta – und alles ist wirklich super frisch und lecker!

Auch Kuchen, Donuts oder Pudding zum Nachtisch kommen nicht zu kurz und zum trinken gibt es neben den Klassikern auch sehr gute Smoothies, kaltgepresste Säfte und vegane Bio-Weine. Ich selbst war insgesamt drei mal dort essen und habe dabei den Superfood-Chocolate-Smoothie, den Cambodian-Jungle-Smoothie, den „Honest Burger“ mit einem köstlichen Bohnenpattie, die hausgemachten Süßkartoffel-Fritten, eine warme Bowl mit Cashew Ricotta, den Mango-Vanille-Cheesecake, Vanille-Panna Cotta und den Matcha Latte verköstigt. Neben dem guten Essen ist auch die Location, vor allem der Rooftop Jungle in Phnom Penh, ein Highlight und mit viel Liebe zum Detail gemütlich eingerichtet. So ein Restaurant würde ich mir wirklich auch in Deutschland wünschen! #fanboy

Eine weitere Restaurantsempfehlung für Phnom Penh ist das indische Restaurant New Delhi direkt an der Promenade am Mekong, welches eine lange Liste mit vegetarischen Speisen auf der Speisekarte hat. Einem Hinweis in der Speisekarte nach können alle vegetarischen Gerichte auf Wunsch auch veganisiert werden, was ich natürlich gleich getestet habe. Wer indisches Essen mag, dem wird es auch hier sehr schmecken! Ich hatte die pürierte Aubergine aus dem Ofen mit Knoblauch, Zwiebeln und Bohnen sowie frischen Kräutern und Gewürzen verfeinert und eine Linsensuppe. Alles war sehr lecker, so dass ich auch hier insgesamt zwei Mal essen war.

Ich fand das Speisenangebot in Phnom Penh sehr vielfältig und insgesamt auch internationaler und abwechslungsreicher als in vielen Städten in Vietnam. Allerdings muss man auch sagen, dass ich in Kambodscha ja nur in den beiden großen Touristenstädten Phnom Penh und Siem Reap war und es sich natürlich ähnlich wie in Deutschland verhält – Berlin kann man eben nicht mit Wattenscheit vergleichen. In jeder Großstadt ist das vegane Angebot deutlich größer, abwechslungsreicher und internationaler als in einer kleinen Stadt auf dem Land.

Siem Reap

Nach 3 Tagen ging es dann zu unserem letzten Stopp und einem weiteren Highlight auf unserer langen Reise. In Siem Reap haben wir insgesamt zwei volle Tage verbracht, um die alten Tempelanlagen von Ankor zu erkunden, sowie einen Tag für An- und Abreise eingeplant. Siem Reap ist eine Touristenstadt im Nordwesten und gilt als Tor zu den Ruinen von Ankor, darunter ist auch der berühmte Haupttempel Ankor Wat. Es macht definitiv Sinn, die Tempel an mehreren Tagen zu besichtigen, denn nicht nur der berühmteste Tempel Ankor Wat, ist sehenswert. Teilweise sind die kleinen, von der Natur zurückeroberten Tempel meiner Meinung nach sogar sehenswerter. Ich kann es empfehlen, sich einen Tuktuk-Fahrer für den gesamten Tag zu organisieren, der einen dann von Tempel zu Tempel fährt, denn insgesamt ist das Gebiet mehr als 200 km2 groß und umfasst mehr als 1000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe. Hier kann man also gut zwei volle Tage, aber sicherlich auch zwei Wochen verbringen, je nachdem wie sehr einen die Tempelanlagen interessieren. Die Bauten mit ihren dekorativen Steinfiguren sind wirklich sehr beeindruckend , ebenso wie die Pflanzen und Tiere, die man hier beobachten kann.

Ich war an beiden Tagen den gesamten Tag unterwegs, habe aber abends in Siem Reap noch das ein oder andere Restaurant getestet. Neben dem bereits oben vorgestellten VIBE Cafe, dass ich euch in Siem Reap genau so sehr empfehlen kann wie in Phnom Penh, habe ich noch eine weitere Restaurant-Empfehlung, nämlich das Chanrey Tree. Hier gibt es hochwertige, kambodschanische Küche in einem wirklich stilvollen Ambiente mit einem sehr schicken, überdachten Außenbereich und leckere Speisen und Getränke. Auf der Karte findet man eine Vielzahl vegetarischer Gerichte, u.a. Auberginensalat, Spinatsalat, verschiedene Curry- und Reisgerichte mit Gemüse und Tofu und als Dessert Sticky Rice. Nicht alles ist vegan, aber man kann mit dem Personal sprechen, so dass einem auch dieser Wunsch gerne erfüllt wird. Insgesamt also ein wirklich gutes Restaurant, wo man auch super mit mehreren Leuten nett essen gehen kann.

Wow, das war’s nun auch mit meinem Artikel, denn von Siem Reap ging es dann zurück nach Frankfurt in Deutschland. Der Artikel ist definitiv länger geworden, als ich es selbst anfangs gedacht hätte, aber dafür gibt es hier wirklich alle meine Tipps, sowohl zum Essen, als auch zu der ein oder anderen Sehenswürdigkeit. Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Artikel einen guten ersten Einblick geben. Die Reise hat sich für mich auf jeden Fall mehr als gelohnt und war wirklich super spannend, grade auch wenn man noch keine asiatischen Länder bereist hat. Solltet ihr noch bestimmte Fragen haben oder selbst Vietnam und Kambodscha bereits bereist haben, dann schreibt doch gerne auch eure Erfahrungen unten in die Kommentare. Wir freuen uns sehr auf den Austausch!

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