Dass ich als Food-Blogger mal auf eines der größten Musik-Festivals Europas nach Dänemark eingeladen werde hätte ich tatsächlich auch nie gedacht. Doch Anfang Juli war es so weit und gemeinsam mit unserer Gastbloggerin Kim ging es von Düsseldorf aus mit dem Flugzeug nach Kopenhagen und anschließend weiter mit der Bahn nach Roskilde. Vier Tage volles Programm: darunter natürlich Musik, jede Menge veganes Essen, aber auch Relaxen am Badesee und ein gemeinsamer Brunch. Natürlich werde ich in diesem Artikel auch allgemein ein wenig auf das Roskilde Festival eingehen, aber natürlich steht besonders das Essensangebot im Fokus, welches das Festival wirklich zu etwas Besonderem macht.

Ein paar Fakten zum Festival

Zum ersten Mal fand das Festival bereits 1971 statt. Insgesamt besuchen jährlich rund 130.000 Menschen das Roskilde-Festival, das insgesamt über eine Woche lang andauert. Das gesamte Festival ist 100% Non-Profit. Das Geld, das durch das Festival eingenommen wird, wird an wohltätige soziale und kulturelle Projekte gespendet. Insgesamt wurden durch das Festival so bereits 36 Millionen Euro gespendet.

Es gibt insgesamt acht Bühnen und 184 Acts in diesem Jahr, die auf diesen spielten. Das ist schon wirklich eine Hausnummer! Dieses Jahr war das Line-Up auch wirklich toll. Mit dabei waren Eminem, Bruno Mars, Gorillaz, Massive Attack, Nine Inch Nails und viele mehr. Das Festival-Gelände ist riesig. Ich war bisher auf wirklich keinem vergleichbaren Festival. Am ersten Tag waren wir nahezu überfordert bei der Größe und Menge an Möglichkeiten. Doch das Roskilde Festival bietet nicht nur Musik, sondern jede Menge Rahmenprogramm.

Egal ob Kunst, Streetart & Graffiti, Food-Court, dem March for Equality, Sport, der Badesee, Foodyam, Yoga, Workshops oder Food-Touren – es gibt so viele Möglichkeiten! Der ehemalige Slogan #morethanmusic ist hier wirklich verdient.

Das Food-Angebot auf dem Roskilde Festival

Für uns als Foodblogger, war natürlich besonders das umfangreiche Essensangebot vor Ort interessant. Wer als Veganer Festivals besucht, der muss zwar mit Sicherheit nicht verhungern, doch das Angebot ist je nach Festival dennoch nicht unbedingt groß: Asia-Nudeln mit Gemüse, Pommes und eventuell auch ein veganer Burger oder Falaffel; hier hört die Vielfalt dann leider doch oft schon auf. Das war beim Roskilde-Festival natürlich anders. Insgesamt waren auf dem Gelände über 130 Food-Stalls verteilt, die köstliches Essen aus aller Welt angeboten haben. Bei dieser großen Vielfalt kam auch das vegane Angebot nicht zu kurz. Es gab unglaublich viele Stände mit veganem Angebot. Egal ob Burger, Falaffel, Linsengerichte, Hot Dog oder Sushi – Es gab zahlreiche vegane Optionen oder natürlich auch rein vegane Stände, sodass wir gar nicht alles ausprobieren konnten. Übrigens ist rund 90% des Essens auf dem Festival aus Bio-Zutaten!

Die Preise waren natürlich nicht ganz günstig, aber ich denke für ein Festival, bei dem man ja immer mit etwas mehr Ausgaben für Essen rechnen muss, war es relativ normal. Dass es super günstig wird, hatten wir auch nicht erwartet, denn das ist auch bei Rock am Ring und Co nicht anders.

Veganes Essen im Food-Court und an den Food-Stalls

Wir haben uns durch einige Food-Stalls probiert und außerdem an einer Food-Tour und einem Brunch aka. Foodjam teilgenommen. Die ausprobierten Gerichte und Stände möchten wir hier in diesem Abschnitt kurz vorstellen, um euch immerhin einen kleinen Einblick geben zu können, was auf dem Festival an veganem Essen geboten wird.

Nach der Ankunft und dem ersten Gang über das riesige Festivalgelände brauchten wir natürlich eine Stärkung. Als erstes landeten wir im Food-Court. In dieser überdachten Halle haben besonders Neulinge aus der Gastronomie die Möglichkeit ihr Essen anzubieten. Sie bekommen nicht nur die Fläche, sondern auch die Küche gestellt und müssen so abgesehen von ihren eigenen Produkten und Lebensmitteln nicht einen komplett eigenen Stand selber finanzieren und aufbauen.

Ich holte mir am Stand von Mikuna einen veganen Burger, der wirklich super lecker war. Darauf waren neben Krautsalat und einer süßlichen Chilisauce würzige BBQ-Sojachunks, knusprig panierte Zwiebelringe und Aioli. Richtig lecker und genau das richtige, um erst einmal den Hunger zu stillen! Ich habe im Laufe des Festival noch weitere Burger von anderen Ständen gegessen und muss sagen, dass dieser hier wirklich der Beste war. Die Kombination der würzigen Chunks, süßlichen Sauce und knusprigen Zwiebelringe war einfach top.

Für Kim gab’s vom Namasté-Stand draußen vor dem Food-Court ein indisches Bio-Dhal mit veganem Joghurt Dip und Naan-Brot. Auch dieses hat gut geschmeckt und war wirklich super gewürzt. Nach den ersten musikalischen Acts, die wir uns ansahen gab es später noch einen veganen Bio-Hot-Dog am Stand von DOP (De Økologiske Pølsemand). Diesen gab es in verschiedenen Ausführungen. Lecker war er auf jeden Fall, aber nichts besonderes. Als Snack für zwischendurch aber genau das Richtige. 🙂 Was ich hier super fand: Die vegane Variante war günstiger als die mit Fleisch. Oft ist die vegane Ausführung eines Gerichts ja aus Prinzip wesentlich teurer, was ich oft nicht verstehe. Das war hier nicht der Fall.

Am zweiten Tag ging es morgens erst einmal zum Foodjam. Dazu könnt ihr unten mehr lesen! Später gingen wir gemeinsam noch zum Burgeressen zum Foodtruck von Cock’s & Cows. Denn auch hier gab es neben der Fleisch- und Veggie-Variante einen veganen Burger. Auf dem Burger waren neben einem Rote-Bete-Patti, Guacamole und Salat. Dazu gab’s im Menü für insgesamt 120 KR gedrehte Twister-Fries. Auch der Burger war echt lecker für mich aber auch irgendwie nichts Besonderes. Als Menü mit den Pommes war es aber ein super Gericht um richtig satt zu werden! Als kleinen Snack gab es am Abend noch Trüffel-Popcorn! Das war wirklich mal etwas Besonderes. Trüffel mag ich total gern und das ganze als Snack mit Popcorn war schon echt eine coole Sache. Es war sehr salzig, hat aber toll geschmeckt.

Am dritten Tag holten wir uns im nahegelegenem Aldi Brötchen, pflanzliche Aufstriche, Smoothies und kleine Snacks. Denn was das Frühstücksangebot in vegan auf dem Festival angeht konnten wir nicht wirklich viel entdecken. Die meisten Gerichte isst man eher zum Mittag oder gegen Abend. Vielleicht haben wir aber auch nicht alles entdeckt. 🙂 Ein Food-Truck mit Porridge, Frühstücksbowls oder veganen Sandwiches wäre auf jeden Fall noch eine tolle Sache gewesen. Mittags ging es für uns auf eine Food-Tour über das Festivalgelände, bei der wir uns nochmal gut durchessen konnten. Am letzten Abend wollten wir dann den Stand von Letz Sushi noch unbedingt ausprobieren. Leider war das Angebot am Abend schon etwas eingeschränkt, da vieles ausverkauft war. Daher gab’s für uns eine Portion Edamame mit einer spicy Sauce und einen veganen Sushi-Dog, der mit Gurke, Avocado, Inari-Tofu und einer Sauce gefüllt war. Auch hier hat es uns wirklich gut geschmeckt und wir können es definitiv weiterempfehlen.

Zu den Preisen: Viele der Gerichte haben zwischen 40 und 80 dänische Kronen gekostet. Umgerechnet sind das ungefähr 5-10 Euro pro Gericht, was wir für ein Festival relativ normal finden, denn wir bereits oben erwähnt ist das Essen auf Festivals ja meistens nicht sonderlich günstig.

Foodjam: Gemeinsam kochen und brunchen

Gegen 10 Uhr am Morgen des zweiten Tages auf dem Festival ging es für uns zum Foodjam-Zelt. Hier kann man sich vorab als kleine Gruppe anmelden und dann gemeinsam mit einem zugeteilten Koch ein leckeres Gericht zubereiten. Kochen mit frischen und gesunden Zutaten auf einem Festival? Das haben wir so auch noch nie gesehen und waren echt begeistert. Wir konnten uns vor Ort viele frische Zutaten auswählen, darunter Obst und Gemüse, Linsen und Bohnen, Pilze und viele frische Kräuter, woraus wir dann gemeinsam ein leckeres Gericht gekocht haben. Die Küchengeräte und ein Herd wurden gestellt und es gab auch eine feine Auswahl an Öl und Gewürzen für das gewisse Etwas.

Wir entschieden uns eine Bowl und ein Porridge zu kochen. In die Bowl kamen neben Linsen und selbstgemachtem Hummus allerlei frisches Gemüse. Darunter Kartoffeln, Zwiebeln Zucchini, Spinat, gebratene Pilze, Paprika und Tomatensalat. Dazu gab es ein leckeres Körnerbrot. Als süße Nachspeise gab es ein einfaches Porridge mit Haferflocken und frischen Beeren. Das Gericht war super sättigend und hat allen gut geschmeckt. Die Möglichkeit auf dem Festival seinen eigenen kleinen Brunch zuzubereiten finden wir super. Denn vor allem wenn man sich die ganze Festival-Woche auf dem Gelände aufhält kann ich mir vorstellen, dass man neben Dosen-Ravioli, Bier und Burgern auch mal ein leckeres und frisches Gericht zubereiten möchte. Das ist wirklich eine tolle Idee und gemeinsames Kochen macht ja sowieso immer viel Spaß!

Die Sexy Veggie Foodtour

Am Samstag stand zur Mittagszeit dann die Food-Tour an. Ebenfalls ein cooles Angebot auf dem Festival. Es gibt verschiedene Themen für Food-Touren bei denen man über das Festival-Gelände geführt wird, diverse Food-Stalls vorgestellt werden und man reichlich probieren kann. Wir nahmen an der Sexy Veggie Foodtour teil, die nicht nur vegetarisch, sondern komplett vegan war. Insgesamt besuchten wir bei der Tour vier verschiedene Food-Stalls und hatten so ein recht abwechslungsreiches Angebot. Zwischendurch gab’s zur Erfrischung noch einen Stopp am Jägermeister-Stand. 😉

Unser klarer Favorit der Tour war der erste Stand von Meyers. Hier gab es auch einen Einblick hinter die Kulissen und wir konnten sehen, wie es in der Küche zuging. Backstage gab es dann ein paar Informationen zum Konzept hinter dem Essen und probieren durften wir natürlich auch. Es gab leckere Rote-bete-Falaffel, dazu ein köstliches Erbsenpüree, frisches Gemüse, würzige gebackenen Kohl und eine würzige Salsa. Das Essen war wirklich toll gewürzt und schmeckt unglaublich frisch.

Im Anschluss gab es noch einen Burger von Cock’s & Cows und ein indisches Dhal, was wir beides ja bereits an den ersten zwei Tagen probiert hatten. Auch hier gab es immer ein paar Informationen zu den Gründern, den Hintergründen und Konzepten hinter den Ständen und dem Essen. Ein schöner Einblick! Außerdem gab’s noch ein Reisgericht mit Salat und gebackenen Süßkartoffel-Chips. Es war insgesamt also eine recht abwechslungsreiche Tour, bei der man sich wirklich gut durchprobieren konnte und tolle Einblicke geboten bekommt. Uns hat die Tour gut gefallen und wir können es jedem Foodie auf jeden Fall weiterempfehlen, an einer der geführten Food-Touren selbst einmal teilzunehmen. 🙂

Unser Fazit zum Festival und dem veganen Essen

Das Essen auf diesem Festival ist wirklich unglaublich gut und das Angebot riesig. Alles auszuprobieren war unmöglich, aber das was wir testen konnten war köstlich. Als Veganer muss man sich auf dem Roskilde wirklich keine Sorgen machen, denn das Angebot ist abwechslungsreich und richtig lecker!

Das gesamte Festival hat uns super gut gefallen. Das Roskilde Festival bietet wirklich ein unglaublich großes und abwechslungsreiches Programm. Die Musik, das Food-Angebot, die sportlichen Aktivitäten, Shopping-Möglichkeiten sind unglaublich vielfältig. Das Roskilde ist echt nicht vergleichbar mit typischen Festivals, die ich bisher besucht habe. Doch genau diese Vielfalt beschreibt für mich auf jeden Fall das #OrangeFeeling: Spaß haben, das machen, wo man gerade Lust zu hat, eine enorm große Auswahl an Essen und Musik, Kunst genießen, sich treiben lassen. Egal ob relaxen oder Party machen – hier ist für jeden was dabei. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung hier mal dabei gewesen zu sein.

Jetzt aber genug geschwärmt! Einziger Kritikpunkt: Für ein Festival, das möglichst nachhaltig sein möchte und dieses auch so kommuniziert, haben uns die extremen und vor allem unnötigen Massen an Müll schon sehr überrascht. Klar, wir kennen die Festivals aus Deutschland, wo es auf den Campingplätzen und auf dem Festivalgelände ähnlich chaotisch aussieht! Schön wäre es dennoch, wenn auch die Besucher in Sachen Nachhaltigkeit etwas sensibilisiert werden würden. Vielleicht wird ja da in Zukunft noch mehr passieren. Das Festival ist auf jeden Fall schon einen großen Schritt weiter als viele andere große Musik-Festivals, die wir kennen. Also: Weiter so! 🙂

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