… und die, die es noch werden wollen. In diesem Artikel geht es um Tipps und Tricks, die euch das Leben als Vegan-Einsteiger in der Welt der pflanzlichen Ernährung und des veganen Lebensstils erleichtern sollen. Hier spricht für euch eine ebenfalls frisch gebackene Veganerin. Ich befinde mich also selber noch in einem stetigen Lernprozess aber möchte allen Neulingen in diesem Gebiet den Einstieg erleichtern und euch wissen lassen – ihr seid nicht allein. Definitiv nicht. Nehmt alles nicht so ernst und habt Spaß. 🙂

Herzlichen Glückwunsch, du lebst jetzt vegan!

„Ach, und Lederschuhe tragen ist in Ordnung, oder was?“

„Aber dein Shampoo, die Marke macht Tierversuche, hab‘ ich gelesen, glaub‘ ich!“

„Nimmst du nicht die Pille?! Man, da ist Laktose drin!“

„Hä, Alpro ist von Nestlé, du Pudding-Veganer!“

Gut, so einfach scheint dieser Veganismus doch nicht zu sein. Aber fangen wir mal ganz am Anfang an: DU hast dich – aus welchen Gründen auch immer – dazu entschieden, dich fortan vegan zu ernähren! Darauf stoßen wir an; du kannst verdammt nochmal mehr als stolz auf diesen Entschluss sein, der dein Leben in so vielen Belangen positiv beeinflussen wird! Das „schlimmste“ hast du somit schon hinter dir gelassen. Diesen endgültigen Schritt, weg von alten Gewohnheiten und hin zu neuen Mustern, zu wagen, verdient Anerkennung – vor allem von dir selbst. Die Wandlung im Kopf ist vollzogen und jetzt ist es an der Zeit, diese theoretische Willensstärke für dich optimal umzusetzen und Taten folgen zu lassen.

Es könnte alles so einfach sein.

Wären da nicht deine Oma und deine Frau. Oft bekommen neu-vegan lebende Menschen verschiedenste Reaktionen aus nahem sowie weniger nahem Umfeld. Erfahrungsgemäß lässt sich schätzen: 5% sind begeistert, 5% sind schockiert, 20% ist es egal und 70% machen dumme Bemerkungen, sehen dich an Vitaminmangel sterben, machen dumme Bemerkungen, und versuchen im gleichen Atemzug ihren Fleischkonsum zu rechtfertigen, ohne, dass man sie danach gefragt hat. Ach ja, und sie machen dumme Bemerkungen.

Mein Top-Kommentar kam von meinem geliebten Bruder: „Gilt das schon als Behinderung?“. Mein Papa sagt mir, dass ich doch „an die Bauern denken solle!“ und glaubt daran, dass ich „bestimmt wieder auf den Geschmack komme!“. Das sind jetzt zwei Negativbeispiele vom feinsten. Es geht natürlich auch anders! An den Evergreens „Oaahhhhh, das könnte ich ja nicht!“ oder „Wie, was kannst du denn dann noch essen?“ werdet ihr zu einer immens-riesigen Wahrscheinlichkeit nicht vorbeikommen. Ihr könnt euch glücklich schätzen, wenn es auf diesem Level bleibt.

Aber wie reagiert man denn jetzt auf solche unnötigen Kommentare? Schweigen und wegrennen, Augenrollen, lachen, tief Luft holen und zum Konter ausholen, die Moralkeule schwingen oder direkt den Missionar raushängen lassen? Die perfekte Antwort, die jede Art von Mitmenschen zufrieden stellt, gibt es nicht (Wenn doch, dann lasst es mich bitte wissen!).

Eine Frage, die ihr euch jedoch in eurem inneren selber stellen könnt, um euch für eine Reaktion zu entscheiden, ist folgende: „Möchtest du wirklich mit mir darüber diskutieren und bist offen oder möchtest du dich lediglich auf meine Kosten amüsieren?“ Wenn ihr euer Gegenüber in etwa einschätzen könnt, dann fällt die Wahl einer Reaktion auf jeden Fall leichter. Hier mal ein paar Möglichkeiten:

  • „Warum lebst DU nicht vegan?“
  • Verständnis. „Nett, dass du fragst. Wenn du magst, können wir uns gerne mal in Ruhe darüber unterhalten, dann kannst du mir alle deine Fragen stellen!“
  • „Ich will nicht dazu beitragen, dass Lebewesen ausgebeutet werden, wenn es sich doch so einfach vermeiden lässt.“
  • „Aus ethischen/gesundheitlichen Gründen.“

Oft ist es (leider) so, dass ein Großteil der „Angreifer“ sich mit geschmacklosen Kommentaren vor anderen rühmen will, da dies natürlich einfach ist, wenn man damit jemanden angreift, der sich durch eine Eigenschaft von dem Rest unterscheidet. Aber keine Angst, den meisten wird das ganze relativ schnell zu langweilig, es sei denn, du gibst ihnen einen Anreiz dazu, dich zu provozieren, indem du dich angreifen lässt (was du absolut nicht nötig hast!).

Man lernt wirklich relativ schnell und schlagfertig, mit blöden Kommentaren umzugehen, glaubt mir. Es wird aufhören. Und spätestens, wenn ihr mit dem ersten veganen Mettigel ins Büro kommt, sind die meisten Vorurteile abgelegt.

Es ist noch kein Held vom Himmel gefallen.

Diesen Satz musste sich jeder von euch, ob vegan oder nicht, bestimmt schon oft in seinem Leben zu Ohren kommen lassen – leider ist er wahr. Jeder fängt klein an und manch ein Fehler lässt sich schwer bis nicht vermeiden. Aber das ist in mehr als Ordnung und vor allem menschlich.

Ihr seid also voller Elan in euer neues Leben als Veganer gestartet und wollt natürlich keinen Fauxpas begehen und bloß alles richtig machen. Vor allem in Bezug auf die Ernährung – und so ein Ehrgeiz ist gut und vorbildlich, keine Frage. Unsere Gesellschaft jedoch macht es uns manchmal jedoch gar nicht so einfach, ein veganes Leben zu führen. Ich rede hier von Dingen wie Aroma aus tierischer Herkunft in Kartoffelchips, welches jedoch nicht als solches gekennzeichnet ist. Im Regel nebenan finden sich dann plötzlich 100% vegane Röstzwiebeln „mit Schinkengeschmack“. Wein wird zudem in den meisten Fällen mit Gelatine geklärt und enthält teilweise Kasein (= ein Protein aus Milch), ebenso Saft – ja, SAFT! In der Eisdiele bestellt man dann voller stolz ein vegan deklariertes Zitronensorbet in einer Waffel – mit Ei. Mist. Und jetzt? Waffel wegwerfen? Wäre das richtig? Definitiv nicht. Was ich damit sagen will: Fehler passieren. Aus Fehlern lernt man und mit der Zeit wird man wirklich sehr sicher.

Auch beim Kochen können Fehler passieren: ich erinnere mich an meinen ersten Tofu. Du lieber Scholli, war der eklig. Ich hätte das Ding in die Tonne treten können vor Wut. Aber Ketchup heilt alle Wunden. Wenn etwas in der Küche nicht klappt: prüft, woran es gelegen hat (Tofu einfach anzubraten ist halt einfach keine glorreiche Idee), fragt andere nach Hilfe und gebt nicht auf. Der Weg ist das Ziel.

Die Fehler jedoch, die wirklich schwerwiegend sind anderer Natur: Überperfektionismus, sich abkapseln. Ihr startet unbewusst einen Alleingang um Fallen aus dem Weg zu gehen, sagt „nein“ zum Essengehen mit Freunden und verzichtet auf gemeinsame Zeit. Ihr neigt zu Übermut und wollt allen euer neugewonnenes Lebensgefühl vermitteln aber merkt dabei womöglich nicht, dass die Message eventuell falsch rüberkommt, auch wenn sie gut gemeint ist. Auf Außenstehende, die noch nicht mal den Zug gehört haben, auf den du bereits aufgesprungen bist, wirkt das sehr überrumpelnd und möglicherweise nervig. Ich selber, ebenfalls Neuveganerin, habe vor noch gar nicht so langer Zeit gern spitze Bemerkungen gemacht. À la: „Woran erkennt man einen Veganer? – Er erzählt es dir.“ – ja, haha, lustig, ich weiß.

Verändert nichts an eurem Umgang mit euren Mitmenschen – fang nicht an, zu belehren, bringt das ganze in normale Gespräche mit ein, redet objektiv, geht auf Fragen ein und führt Gespräche ohne den Finger zu heben. Die Menschen, die sich wirklich für das Thema Veganismus interessieren, die werden nachfragen und Interesse bekunden. Man kann es (leider) niemandem aufzwingen, nur via Schonkurs näher bringen und Menschen die Skepsis und die Abneigung nehmen.

Habt ihr weitere Tipps für Einsteiger in das vegane Leben? Oder Feedback? Dann schreibt uns doch gerne eine Mail oder einen Kommentar! Teil 2 des Artikels Plötzlich vegan – Tipps und Tricks für Vegan-Einsteiger folgt bald hier auf Simply Vegan!

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